
Der Stein
Theumaer Fruchtschiefer
Der edelste Schiefer Deutschlands — ein weltweit einzigartiger Quarzschiefer, blaugrau mit silbrig-seidenem Glanz und charakteristischen dunklen Cordierit-Einschlüssen.
Entstehung
470 Millionen Jahre Geschichte
Der Theumaer Fruchtschiefer entstand als Tonschlamm vor rund 470 Millionen Jahren — in einer Epoche, die mit dem heutigen Mississippi-Delta vergleichbar ist.
Vor etwa 340 Millionen Jahren, während der variszischen Gebirgsbildung, drang Granitmagma in den Schiefer ein. Diese Kontaktmetamorphose bei 200–600°C in bis zu 10 km Tiefe formte den Stein zu dem, was er heute ist.
Die dabei entstandenen Cordieritminerale erinnern in ihrer spindelförmigen Gestalt an Getreidefrüchte — daher der Name „Fruchtschiefer“.
Mineralogischer Aufbau
Cordierit-Einschlüsse
Oberflächen
8 Bearbeitungsvarianten
Durch verschiedene Oberflächenbearbeitungen entstehen Farbnuancen von blaugrau bis anthrazitfarben. Jede Variante ermöglicht andere Rutschhemmungsklassen.
Feingeschliffen
Fein geschliffene, matte Oberfläche mit dezentem Schimmer.
Diamantgeschliffen
Glatte, glänzende Oberfläche. Cordierit-Einschlüsse am besten sichtbar.
Gebürstet
Leicht strukturiert, rauchiger Effekt.
Gesandelt
Sandgestrahlte Oberfläche, hohe Rutschhemmung.
Geflammt
Thermisch behandelt, raue Oberfläche.
Gespalten
Natürliche Spaltfläche, besonders ursprünglich.
Gespalten & bossiert
Gespaltene Oberfläche mit egaliserten Kanten.
Antik
Diamantgeschliffen & getrommelt — zeitloser Charakter.
Rustikal
Gespalten & getrommelt — natürlich-raue Haptik.
Technische Daten
DIN-geprüfte Qualität
Alle Prüfungen durchgeführt vom TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH, Nürnberg. CE-zertifiziert nach europäischen Produktnormen.
Druckfestigkeit (vor Frost)
174,6 MPa
DIN EN 1926
Druckfestigkeit (nach 56 Frost-Tau)
186,2 MPa
DIN EN 1926
Biegefestigkeit
30,1 MPa
DIN EN 12372
Wasseraufnahme
0,41%
DIN EN 13755
Rohdichte
2,716 g/cm³
DIN EN 1936
Frostwiderstand
Hoch
DIN EN 12371
Ausbruchlast (Ankerdorn)
2.428 N
DIN EN 13364
Verschleiß (Schleifspurlänge)
23,8 mm
DIN EN 14157
Frost-Tausalz-Beständigkeit
„Der geprüfte Naturwerkstein ‚Theumaer Fruchtschiefer‘ erfüllt alle Anforderungen der TL Pflaster StB 06/16 hinsichtlich der Beständigkeit gegen Frost-Tau-Wechsel in Gegenwart von Tausalzen.“
Der Theumaer Fruchtschiefer wird seit über 1000 Jahren im Steinbruch Theuma im Vogtland abgebaut. Entdecken Sie die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten — von Bodenbelägen und Fassaden bis hin zu Mauerwerk und Brunnenanlagen. Unsere Referenzprojekte zeigen den Stein im Einsatz.
Geologie
Geologische Entstehung & Mineralzusammensetzung
Kontaktmetamorphe Entstehung
Der Theumaer Fruchtschiefer entstand aus ordovizischen Tonsedimenten (ca. 470 Mio. Jahre), die während der variszischen Gebirgsbildung durch aufsteigendes Magma des Bergener Granits kontaktmetamorph überprägt wurden — bei Temperaturen um 500 °C in bis zu 10 km Tiefe.
Die dabei entstandenen Cordierit-Porphyroblasten (spindelförmig, 2–5 mm) ähneln in ihrer Gestalt Getreide- oder Obstfrüchten — daher der Name „Fruchtschiefer“.
Petrographisch handelt es sich um einen Phyllit — ein spaltbares, anthrazitgraues, metamorphes Gestein. Die korrekte Handelsbezeichnung lautet „Theumaer Fruchtschiefer“.
Mineralzusammensetzung
Glimmer (Serizit, Biotit, Muskovit)
Gibt dem Stein seinen seidigen Glanz
Cordierit
Diagnostisches Mineral — bildet die namensgebenden „Früchte“
Quarz
Verleiht Härte und Abriebfestigkeit
Biotit-Glimmer
Dunkelbraune Glänzlinge im Gestein
Kalifeldspat & Hornblende
Nebengemengteile
Erzminerale
Metallische Einschlüsse
CE-Zertifizierung
Herstellung und Überwachung unserer Produkte entsprechen den Richtlinien der europäischen Produktnormen für Naturstein. Alle Produkte tragen das CE-Zeichen.
Konformitätserklärungen der einzelnen Produktgruppen können auf Anfrage bei uns angefordert werden.
Prüfinstitut: TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH, Nürnberg
Pflege & Verlegung
- •Vor Verlegung: Naturstein nass reinigen; Haftschlämme rückseitig auftragen
- •Verlegemörtel: Trasszementmörtel oder Natursteinkleber verwenden
- •Außenbereich: Min. 2–3% Gefälle; drainagefähiger Mörtel empfohlen
- •Fugen: Nie fugenlos verlegen (DIN-Vorgabe); Dehnfugen beachten
- •Reinigung: Pflegeprodukte von Moeller Stone Care empfohlen
Wissen
Was ist Schiefer?
Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das durch die Umwandlung von Tonablagerungen unter hohem Druck und Temperatur über Millionen von Jahren entsteht. Die Bezeichnung „Schiefer“ umfasst verschiedene Gesteinsarten — von einfachem Tonschiefer (Dachschiefer) bis zu hochwertigen Quarzschiefer-Varianten.
Der Theumaer Fruchtschiefer ist die edelste Form des Schiefers: Ein kontaktmetamorpher Quarzschiefer, der durch Granitmagma bei 500 °C in 10 km Tiefe geformt wurde. Im Gegensatz zu herkömmlichem Schiefer für Bedachungen ist Fruchtschiefer ein universeller Baustoff — einsetzbar für Fassaden, Böden, Treppen, Mauerwerk, Küchen und Landschaftsbau.
Was diesen Schiefer weltweit einzigartig macht: Die Cordierit-Einschlüsse (Härte 7–7,5 nach Mohs) verleihen ihm eine Druckfestigkeit von bis zu 186,2 MPa — härter als die meisten Granite, bei einer Wasseraufnahme von nur 0,41 %. Es gibt weltweit nur einen Abbauort: den Steinbruch in Theuma, Sachsen.
Materialvergleich
Warum Theumaer Fruchtschiefer?
Ein Naturstein in einer eigenen Liga
Wer „Schiefer“ hört, denkt oft an spanischen Dachschiefer — dünne Platten für Bedachung. Der Theumaer Fruchtschiefer ist etwas völlig anderes: Ein kontaktmetamorpher Quarzschiefer mit Quarzeigenschaften, der sich als universeller Baustoff für anspruchsvollste Anwendungen eignet.
| Eigenschaft | Theumaer Fruchtschiefer | Konventioneller Schiefer |
|---|---|---|
| Petrographische Bezeichnung | Kontaktmetamorpher Phyllit (Quarzschiefer) | Tonschiefer / Phyllit |
| Alter | ~470 Mio. Jahre (Ordovizium) | Meist 300–500 Mio. Jahre |
| Druckfestigkeit | 174,6–186,2 MPa ✅ | 48–137 MPa (typisch) |
| Biegefestigkeit | 30,1 MPa (Werkstein) | 50–80 MPa (Dachschiefer-optimiert) |
| Wasseraufnahme | 0,41 Gew.-% | < 0,6 Gew.-% (variabel) |
| Rohdichte | 2,716 g/cm³ | 2,65–2,80 g/cm³ |
| Verschleiß (Capon) | 23,8 mm — hochabriebfest | Oft nicht geprüft / nicht geeignet |
| Mohs-Härte der Matrix | 6–7 (quarzreich) | 3–4 (glimmerreich) |
| Cordierit-Einschlüsse (Härte 7–7,5) | ✅ Ja — einzigartig | ❌ Nein |
| Frost-Tausalz-Beständigkeit | ✅ TL Pflaster StB 06/16 | Nicht immer geprüft |
| Fassadenplatten ab 2 cm | ✅ Möglich — einzigartig | ❌ Meist nicht tragfähig |
| Oberflächenvarianten | 9 (R9–R13) | 1–2 (Naturspalt, geschliffen) |
| Pyrit-Rostrisiko | ❌ Kein Risiko | ⚠️ Häufig (Oxidation → Rostflecken) |
| Einsatzspektrum | Universal: Boden, Fassade, Treppe, Mauerwerk, Küche, Landschaftsbau | Primär: Dach, Wandverkleidung |
„Verarbeitbar wie ein Weichstein“
Fassadenplatten ab nur 2 cm Stärke — bei Hartgesteinen mit vergleichbarer Druckfestigkeit normalerweise undenkbar. Die einzigartige Mineralogie des Fruchtschiefers macht es möglich.
„Robust wie ein Hartstein“
Druckfestigkeit bis 186,2 MPa — höher als die meisten Granite. Dazu frost- und tausalzbeständig, hochabriebfest (23,8 mm Capon) und frei von schädlichen Pyrit-Einschlüssen.
Weltweit einzigartig
Es gibt nur eine Quelle auf der Welt für diesen Stein: den Steinbruch in Theuma, Sachsen. Kein Import, kein Ersatzprodukt. Versand ab Werk weltweit möglich.
Weiterführende Informationen
Produkte & Anwendungen
12 Produktkategorien: Bodenbeläge, Fassaden, Treppen, Mauerwerk, Accessoires u.v.m.
Steinmetze & Partner
Autorisierte Steinmetzbetriebe in ganz Deutschland — finden Sie einen Partner in Ihrer Nähe.
Steinbruch & Geschichte
Über 1000 Jahre Abbaugeschichte. 17 Hektar Steinbruch im Vogtland.
Referenzprojekte
Residenzschloss Dresden, IGA Berlin und weitere Projekte.