Theumaer Fruchtschiefer Nahaufnahme

Der Stein

Theumaer Fruchtschiefer

Der edelste Schiefer Deutschlands — ein weltweit einzigartiger Quarzschiefer, blaugrau mit silbrig-seidenem Glanz und charakteristischen dunklen Cordierit-Einschlüssen.

Entstehung

470 Millionen Jahre Geschichte

Der Theumaer Fruchtschiefer entstand als Tonschlamm vor rund 470 Millionen Jahren — in einer Epoche, die mit dem heutigen Mississippi-Delta vergleichbar ist.

Vor etwa 340 Millionen Jahren, während der variszischen Gebirgsbildung, drang Granitmagma in den Schiefer ein. Diese Kontaktmetamorphose bei 200–600°C in bis zu 10 km Tiefe formte den Stein zu dem, was er heute ist.

Die dabei entstandenen Cordieritminerale erinnern in ihrer spindelförmigen Gestalt an Getreidefrüchte — daher der Name „Fruchtschiefer“.

Mineralogischer Aufbau

Quarzkörner (Grundmasse)~65%
Cordieritporphyroblasten~20%
Serizit-Chlorit-Biotit-Gewebe~15%

Cordierit-Einschlüsse

Länge: 2–5 mm
Dicke: 0,2–0,5 mm
Form: Spindelförmig
Härte: 7–7,5 Mohs

Oberflächen

8 Bearbeitungsvarianten

Durch verschiedene Oberflächenbearbeitungen entstehen Farbnuancen von blaugrau bis anthrazitfarben. Jede Variante ermöglicht andere Rutschhemmungsklassen.

Feingeschliffen

Fein geschliffene, matte Oberfläche mit dezentem Schimmer.

R9SRT 43

Diamantgeschliffen

Glatte, glänzende Oberfläche. Cordierit-Einschlüsse am besten sichtbar.

R10SRT 61

Gebürstet

Leicht strukturiert, rauchiger Effekt.

R11SRT 48

Gesandelt

Sandgestrahlte Oberfläche, hohe Rutschhemmung.

R13

Geflammt

Thermisch behandelt, raue Oberfläche.

R13

Gespalten

Natürliche Spaltfläche, besonders ursprünglich.

Gespalten & bossiert

Gespaltene Oberfläche mit egaliserten Kanten.

Antik

Diamantgeschliffen & getrommelt — zeitloser Charakter.

R10SRT 45,2

Rustikal

Gespalten & getrommelt — natürlich-raue Haptik.

R12

Technische Daten

DIN-geprüfte Qualität

Alle Prüfungen durchgeführt vom TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH, Nürnberg. CE-zertifiziert nach europäischen Produktnormen.

Druckfestigkeit (vor Frost)

174,6 MPa

DIN EN 1926

Druckfestigkeit (nach 56 Frost-Tau)

186,2 MPa

DIN EN 1926

Biegefestigkeit

30,1 MPa

DIN EN 12372

Wasseraufnahme

0,41%

DIN EN 13755

Rohdichte

2,716 g/cm³

DIN EN 1936

Frostwiderstand

Hoch

DIN EN 12371

Ausbruchlast (Ankerdorn)

2.428 N

DIN EN 13364

Verschleiß (Schleifspurlänge)

23,8 mm

DIN EN 14157

Frost-Tausalz-Beständigkeit

„Der geprüfte Naturwerkstein ‚Theumaer Fruchtschiefer‘ erfüllt alle Anforderungen der TL Pflaster StB 06/16 hinsichtlich der Beständigkeit gegen Frost-Tau-Wechsel in Gegenwart von Tausalzen.“

Der Theumaer Fruchtschiefer wird seit über 1000 Jahren im Steinbruch Theuma im Vogtland abgebaut. Entdecken Sie die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten — von Bodenbelägen und Fassaden bis hin zu Mauerwerk und Brunnenanlagen. Unsere Referenzprojekte zeigen den Stein im Einsatz.

Geologie

Geologische Entstehung & Mineralzusammensetzung

Kontaktmetamorphe Entstehung

Der Theumaer Fruchtschiefer entstand aus ordovizischen Tonsedimenten (ca. 470 Mio. Jahre), die während der variszischen Gebirgsbildung durch aufsteigendes Magma des Bergener Granits kontaktmetamorph überprägt wurden — bei Temperaturen um 500 °C in bis zu 10 km Tiefe.

Die dabei entstandenen Cordierit-Porphyroblasten (spindelförmig, 2–5 mm) ähneln in ihrer Gestalt Getreide- oder Obstfrüchten — daher der Name „Fruchtschiefer“.

Petrographisch handelt es sich um einen Phyllit — ein spaltbares, anthrazitgraues, metamorphes Gestein. Die korrekte Handelsbezeichnung lautet „Theumaer Fruchtschiefer“.

Mineralzusammensetzung

~65%

Glimmer (Serizit, Biotit, Muskovit)

Gibt dem Stein seinen seidigen Glanz

~20,9%

Cordierit

Diagnostisches Mineral — bildet die namensgebenden „Früchte“

~10%

Quarz

Verleiht Härte und Abriebfestigkeit

~12,4%

Biotit-Glimmer

Dunkelbraune Glänzlinge im Gestein

Spuren

Kalifeldspat & Hornblende

Nebengemengteile

~2,0%

Erzminerale

Metallische Einschlüsse

CE-Zertifizierung

Herstellung und Überwachung unserer Produkte entsprechen den Richtlinien der europäischen Produktnormen für Naturstein. Alle Produkte tragen das CE-Zeichen.

Konformitätserklärungen der einzelnen Produktgruppen können auf Anfrage bei uns angefordert werden.

Prüfinstitut: TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH, Nürnberg

Pflege & Verlegung

  • Vor Verlegung: Naturstein nass reinigen; Haftschlämme rückseitig auftragen
  • Verlegemörtel: Trasszementmörtel oder Natursteinkleber verwenden
  • Außenbereich: Min. 2–3% Gefälle; drainagefähiger Mörtel empfohlen
  • Fugen: Nie fugenlos verlegen (DIN-Vorgabe); Dehnfugen beachten
  • Reinigung: Pflegeprodukte von Moeller Stone Care empfohlen

Wissen

Was ist Schiefer?

Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das durch die Umwandlung von Tonablagerungen unter hohem Druck und Temperatur über Millionen von Jahren entsteht. Die Bezeichnung „Schiefer“ umfasst verschiedene Gesteinsarten — von einfachem Tonschiefer (Dachschiefer) bis zu hochwertigen Quarzschiefer-Varianten.

Der Theumaer Fruchtschiefer ist die edelste Form des Schiefers: Ein kontaktmetamorpher Quarzschiefer, der durch Granitmagma bei 500 °C in 10 km Tiefe geformt wurde. Im Gegensatz zu herkömmlichem Schiefer für Bedachungen ist Fruchtschiefer ein universeller Baustoff — einsetzbar für Fassaden, Böden, Treppen, Mauerwerk, Küchen und Landschaftsbau.

Was diesen Schiefer weltweit einzigartig macht: Die Cordierit-Einschlüsse (Härte 7–7,5 nach Mohs) verleihen ihm eine Druckfestigkeit von bis zu 186,2 MPa — härter als die meisten Granite, bei einer Wasseraufnahme von nur 0,41 %. Es gibt weltweit nur einen Abbauort: den Steinbruch in Theuma, Sachsen.

Materialvergleich

Warum Theumaer Fruchtschiefer?
Ein Naturstein in einer eigenen Liga

Wer „Schiefer“ hört, denkt oft an spanischen Dachschiefer — dünne Platten für Bedachung. Der Theumaer Fruchtschiefer ist etwas völlig anderes: Ein kontaktmetamorpher Quarzschiefer mit Quarzeigenschaften, der sich als universeller Baustoff für anspruchsvollste Anwendungen eignet.

EigenschaftTheumaer FruchtschieferKonventioneller Schiefer
Petrographische BezeichnungKontaktmetamorpher Phyllit (Quarzschiefer)Tonschiefer / Phyllit
Alter~470 Mio. Jahre (Ordovizium)Meist 300–500 Mio. Jahre
Druckfestigkeit174,6–186,2 MPa ✅48–137 MPa (typisch)
Biegefestigkeit30,1 MPa (Werkstein)50–80 MPa (Dachschiefer-optimiert)
Wasseraufnahme0,41 Gew.-%< 0,6 Gew.-% (variabel)
Rohdichte2,716 g/cm³2,65–2,80 g/cm³
Verschleiß (Capon)23,8 mm — hochabriebfestOft nicht geprüft / nicht geeignet
Mohs-Härte der Matrix6–7 (quarzreich)3–4 (glimmerreich)
Cordierit-Einschlüsse (Härte 7–7,5)✅ Ja — einzigartig❌ Nein
Frost-Tausalz-Beständigkeit✅ TL Pflaster StB 06/16Nicht immer geprüft
Fassadenplatten ab 2 cm✅ Möglich — einzigartig❌ Meist nicht tragfähig
Oberflächenvarianten9 (R9–R13)1–2 (Naturspalt, geschliffen)
Pyrit-Rostrisiko❌ Kein Risiko⚠️ Häufig (Oxidation → Rostflecken)
EinsatzspektrumUniversal: Boden, Fassade, Treppe, Mauerwerk, Küche, LandschaftsbauPrimär: Dach, Wandverkleidung
🏛️

„Verarbeitbar wie ein Weichstein“

Fassadenplatten ab nur 2 cm Stärke — bei Hartgesteinen mit vergleichbarer Druckfestigkeit normalerweise undenkbar. Die einzigartige Mineralogie des Fruchtschiefers macht es möglich.

🛡️

„Robust wie ein Hartstein“

Druckfestigkeit bis 186,2 MPa — höher als die meisten Granite. Dazu frost- und tausalzbeständig, hochabriebfest (23,8 mm Capon) und frei von schädlichen Pyrit-Einschlüssen.

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Weltweit einzigartig

Es gibt nur eine Quelle auf der Welt für diesen Stein: den Steinbruch in Theuma, Sachsen. Kein Import, kein Ersatzprodukt. Versand ab Werk weltweit möglich.